Nico Hartmann SÜDKURVE-CUP 2014

15 Jul

Der dritte „NICO HARTMANN Südkurve-Cup“ ist Geschichte.Möchte man es kurz und knapp sagen: die aufwendigen Vorbereitungen haben sich mehr als gelohnt, es zaubert uns in der Retrospektive ein breites Grinsen ins Gesicht.

Schaute man sich auf dem Gelände um, erspähte man durchweg freudige Gesichter. Nicht nur das Wetter hielt und bescherte uns den schönsten Tag der Woche, auch alle anderen Wünsche erfüllten sich. Hunderte junge und ältere Zeiss-Fans und Freunde aus allen Himmelsrichtungen genossen einen ausgelassenen Tag im Ernst-Abbe-Sportfeld. Dieser überzeugte neben einem umfangreichen Fussballturnier und strahlenden Siegern aus Weimar mit kulinarischen Köstlichkeiten und einer Bar, welche im Dauerbetrieb tausende Liter Getränke bot. Die über den Tag verteilten Programmpunkte, mit Thematisierung der unverzichtbaren Wertschätzung und Unterstützung der Nachwuchsarbeit des FCC, der freude-spendenden Arbeit des „Nico Hartmann Vereins“, des sehr gelungenen und interaktiven Blicks auf die Zustände in Lüttich und der in die Breite kommunizierten Arbeit des „Südkurve-Rates“, erhielten große Aufmerksamkeit der Anwesenden. Alle Teilnehmer und Gäste kommunizierten offen und ehrlich, tauschten sich aus oder hatten einfach nur eine gute Zeit miteinander. Der Spaß kam ohnehin nie zu kurz, auch ganz im Sinne von Nico. Erstmals haben wir im Vorfeld richtig viel Geld in die infrastrukturellen Gegebenheiten investiert, was sich letztlich vollends gelohnt hat. Die abschließende Aftershow-Party stellte unsere Erwartungen dann gänzlich in den Schatten und war wohl der Hauptgrund dafür, dass uns die vorbei schlendernden Leichtathletik-Zuschauer am Folgetag eher mitleidig beim Zahnfleischkriechen zwischen Materialbergen beobachteten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Unterstützern, zahlreich angereisten Freunden, Gästen und auch Kritikern bedanken, welche den Tag begleiteten und einen so gelungenen Tag erst möglich gemacht haben. Wir verneigen uns vor Eurer Treue und Hingabe für die Kurve und diesen blaugelbweißen Fussballclub.

Wir schauen zwar erschöpft und körperlich leicht entkräftet auf das Wochenende zurück, nehmen aber ein großes Paket voller Motivation, Dankbarkeit, Zusammenhalt und Zuversicht mit in die nächsten Wochen und Monate. Alle Anwesenden – so unterschiedlich sie auch aussahen, diskutierten, fachsimpelten, sich benahmen, tanzten, sangen oder spielten – hatten eines gemeinsam: die Erkenntnis, dass die SÜDKURVE lebendiger denn je ist und die Reife besitzt, mehr denn je DER Rückhalt des FC Carl Zeiss Jena zu sein.

Bleiben wir also am Ball, kommunikativ, fair und konsequent – dann wird alles gut.

SÜDKURVE FC CARL ZEISS JENA

Nico Hartmann SÜDKURVE-CUP 2014

4 Jul

 

Am kommenden Samstag (12.07.) ist es endlich wieder soweit. Die nunmehr dritte Auflage des SÜDKURVE-CUP zieht uns und das Paradies in seinen Bann. Die Vorbereitungen münden in diesen Tagen in Detailarbeit und versprechen einen hoffentlich wieder unvergesslichen Tag. Ein Tag im Sinne unseres FC Carl Zeiss, unserer Kultur, des Miteinanders in der Fanszene, der Gastfreundschaft, der Kommunikation, der Ausgelassenheit und Kreativität.

Das große Fussballturnier soll dabei das liebevolle Mittel zum Zweck sein, wiederum eine riesige Anzahl Zeisser und Freunde aus allen Himmelsrichtungen im Stadiongelände zu versammeln und gemeinsam eine geniale Zeit zu haben.

Wir laden alle Zeiss-Fans, alle Freunde und Interessierte dazu ein, am Samstag ab 9 Uhr auf der Jahnwiese an der Ostseite unseres Ernst-Abbe-Sportfeldes dabei zu sein. Es wird die Möglichkeit geben, die Spiele des bunten Teilnehmerfeldes fachmännisch von den Tribünen aus zu analysieren und sich dabei die eine oder andere kulinarische Köstlichkeit schmecken zu lassen. Weiterhin gibt es genügend interessante Programmpunkte, die es mitzunehmen gilt und zum Teil interaktiv gestaltet sind. Man kann mit dem eigenen Nachwuchs bei Spiel und Spaß Kurzweil genießen und die etlichen Eindrücke mit Shops, Graffiti und Informationen auf sich wirken lassen.

Am Abend geht es dann so richtig zur Sache. Wenn die Beine ausgeschüttelt und die Sieger und „Preisträger“ gekürt sind, wird gemeinsam in die Nacht getanzt und gesungen, ganz nach Tradition der Vorjahre. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall auch noch am Abend und wir gehen davon aus, dass Du den Termin spätestens jetzt fest im Terminplan gesichert hast.

Für Rückfragen, Wünsche und andere Anliegen bitte eine Mail schreiben oder uns in den kommenden Tagen an den bekannten Orten antreffen.

DEINE KURVE…DEIN VEREIN…DEINE AUFGABE!

ALLES WIRD GUT! Nico Hartmann SÜDKURVE-CUP 2014

 

Mobi_aftershow

 

AUF EIN NEUES IN DIESEM JAHR!

3 Jun

Mobi_BD207

Pleite zum Saisonabschluss…

26 Mai

Am letzten Spieltag setzte es auswärts eine 1:4-Pleite beim Tabellenschlusslicht Rathenow.
Ein großes Dankeschön, für die zahlreiche Unterstützung, geht an unsere Freunde aus München! HORDA & SCHICKERIA

“unbeugsam und unverkäuflich” – Bratwurstdealer ’208

22 Mai

Bratwurstdealer ’208, 17.05.2014, Heimspiel ZFC Meuselwitz:

[...]

…so unterschiedlich sich die letzten Spielzeiten auch bezüglich des Gefühls und der Erwartungen entwickelt haben, am Ende sehnte man fast immer das letzte Spiel herbei, um irgendwie einen kleinen Schlussstrich ziehen zu können. Kein Zweifel, das gleiche gilt wohl auch für 2013/2014.

Klar, wir wollen zum Fussball fahren, da sein, Flagge zeigen. Aber wäre das alles, könnte es auch locker ohne Pause über den Sommer gehen. Mal so gänzlich unbeschwert, unbekümmert und ambitionslos. Die Realität sieht jedoch zum Glück anders aus. Wir wollen etwas bewegen, nicht nur treue Begleiter sein, welche sich etwas Abwechslung in der Wochenend-Bespaßung auf mitteldeutschen Kampfbahnen erhoffen.

Ultras sind wir, meinetwegen auch gern mal „aktive Fans“, Schlachtenbummler, Kutten oder, wenn ihr es unbedingt wollt, auch Hooligans. Das sind wir alles gern mal irgendwie, und das bleiben wir auch. Die genaue Betitelung ist auch oft egal, im Moment sowieso. Weil, was unterscheidet uns in der Betrachtung des Gesamtvereins? Vor dem Fussballgott sind wir alle gleich und den Fussballmillionen ist es auch egal. Dennoch: wer sich „Ultras“ schimpft und sich darüber hinaus (oder auch alternativ) gern als reflektiert, kritisch und aufopferungsvoll bezeichnet, der muss steinige Wege gehen, wenn sie selbst für richtig erachtet werden. Wir wollen die letzte BD-Ausgabe der Saison nutzen, um einen ersten kleinen Rückblick auf diese steinigen letzten Wochen zu werfen…

Die wohl schwierigste Runde in der Geschichte der „neuen Südkurve“ und der jüngeren Vergangenheit des FC Carl Zeiss geht in der kommenden Woche im Rathenower Vogelgesang zu Ende. Dabei erhofften sich doch nicht wenige, zumindest geht das auf den ersten Blick aus den Abstimmungsergebnissen der Mitgliederversammlung im Dezember hervor, noch in dieser Spielzeit einen Powerstart in eine glorreiche Zukunft.

Wir beurteil(t)en dies etwas anders und fielen im Rahmen langer und längerer Debatten, Diskussionen und interner Abstimmungen in ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits Enttäuschung, Wut und Unverständnis angesichts des offenbar schwach ausgeprägten Rückgrates und Verhaltens unzähliger Vereinsmitglieder auf der MV. Andererseits entwickelte sich aber auch schnell der ausgeprägte Wille, einen Kampf einzugehen, unseren Verein alsbald wieder aus der Schlinge zu ziehen und so (mit)zu gestalten, dass er auch für nachfolgende Generationen DER und nicht nur irgendein Verein ist. Dies machen wir natürlich unter anderem auch am sportlichen Erfolg fest, welcher allerdings nicht nur in einer Stadt wie Jena (aber hier besonders, vgl. BD#207) auch ohne fremdbestimmenden Faktoren beherrschbar sein muss. Wir hoffen, nicht nur in dieser Bratwurstdealer-Rubrik, sondern auch in unzähligen Gesprächen mit anderen Zeiss-Fans genau dies deutlich gemacht zu haben und sind auch weiterhin uneingeschränkt gewillt, zu reden, zu reden und nochmals zu reden. Der Kampf sollte und wird mit Worten und Überzeugungsarbeit geleistet. Auf Augenhöhe und schon gar nicht im Internet.

Gleichwohl ist der sogenannte „sportliche Erfolg“ doch nicht alles, worum es hier geht. Da erinnern wir gern nochmal an das Motto des 25. Jubiläums des Fanclub FRAGGLES vor 3 Wochen: „Liebe kennt keine Liga!“. Genau so sieht es aus, besser hätten wir es nicht auf Tapete malen können. Es ist doch eigentlich überflüssig, an dieser Stelle nochmal aufzuzählen, was für uns den FC Carl Zeiss liebens-, lebens-, erlebens-, aufopferungs-, und verteidigungswert macht. Es ist etwas, was schwer mit Worten zu greifen ist, mit Händen schon gleich gar nicht. Die Freude über erfolgreichen Fussball ist doch tausendmal intensiver und ehrlicher, wenn er zwar eines der Ziele ist, aber „nebenbei“ erreicht wird und eben nicht mit der Brechtstange auf Teufel komm raus.

Nun gilt es aber erstmal Luft zu holen, denn auch die Rückrunde hatte trotz des viel diskutierten Protestes der Ultras einiges zu bieten. Wir erhofften uns, mit der Entscheidung zum Protest, die vielen anderen Betätigungsfelder unserer Gruppe nicht aus dem Auge zu verlieren, ihnen stattdessen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken – durchaus mit Erfolg. Unabhängig von der inhaltlichen Arbeit am und im „UuU“-Protest bleiben vor allen Dingen Erinnerungen an sehr coole Auswärtserlebnisse und die eine oder andere Veranstaltung hängen. Los ging es mit der Idee, dass Hallenturnier in Nordhausen zu rocken und der Südkurve die Chance zu geben, den Budenzauber einmal so richtig zu besingen. Nach den für uns vollkommen unwirklichen Erlebnissen in Plauen, als die Kurve erstmals schwieg und wir selbst gar nicht so richtig wussten, wie mit der Situation umzugehen ist, folgten die Spiele in Berlin. Zuerst Viktoria, mit einem durchaus akzeptablen Zugmob, reichlich Spaß trotz Stimmungsverzicht und umher blickenden Zeissern auf der Suche nach Rolands Versteck. Wenig später ging es wieder nach Berlin, diesmal zur Hertha. Erstmals in der Protestphase wurde gemeinschaftlich eine alternative Anreise gewählt und nicht nur Polizei und Feuerwehr staunten nicht schlecht, als sich Stunden vor Anpfiff über 120 Zeisser zum Braten in einem Berliner See-Park versammelten. Spätestens an diesem Tag war uns mehr als klar, dass der Ansage „Ihr steht mit der Kritik nicht allein!“ von etlichen anderen Gruppen und Fanclubs auch tatsächlich Taten folgen und der aktive Kern der Südkurve zusammengerückt ist, sogar einige junge Leute dazu gewonnen hat und dies wohl auch weiterhin wird. By the way: wir zählten allein in den ersten Spielen nach der Winterpause ganze 20 Anmeldungen für die Nachwuchsgruppe – phänomenal und sicher kein Zufall.

Auch das nächste Auswärtsspiel im Leipziger Südosten wurde auf einer alternativen Route bestritten und vereinte abermals weite Teile der Aktivisten. Letztlich blieb uns zwar unglücklicherweise nur eine Halbzeit zum Fussball gucken, aber dem Zusammenhalt hat es keinesfalls geschadet. Einen weiteren kleinen Höhepunkt erlebten wir vor zwei Wochen auf der Tour nach Halberstadt, als es für einen großen Tross auf dem Hinweg ohne Polizeibegleitung noch nach Quedlinburg ging. Dort wurde die schöne Altstadt bewundert, sich zünftig gestärkt und ungewohnt freizügig bewegt. Auch hier sollte ein dokumentierendes Mobfoto samt kurzen Gesängen (um auch die Stimmbänder nicht vollends erschlaffen zu lassen) den Aufbruch Richtung Spielstätte einläuten.

Guckt man sich die Auswärtsspiele der Rückrunde also rückblickend an, so kann man mit der Anzahl der Leute (leider nicht unbedingt mit der Gesamtzahl der mitreisenden Zeisser), deren Flexibilität, aber auch Vertrauen auf unsere Organisation mehr als zufrieden sein. Dahingehend muss uns also vor der kommenden Saison, wie auch immer sie sich gestalten mag, nicht bange werden. Der Gedanke „UNBEUGSAM und UNVERKÄUFLICH“ und alle damit einhergehenden Konsequenzen scheint die jungen und junggebliebenen Aktivisten nicht zu lähmen.

Im Ernst-Abbe-Sportfeld war wenig los, von den Spielen gegen den FCM und den VfB Auerbach einmal abgesehen. Die Magdeburger sangen den FCC und seine Anhänger erwartungsgemäß in Grund und Boden, keinerlei Gegenwehr, auch nicht von nicht-protestierenden Blaugelbweißen. Bittere Pillen schlucken, das war an diesem Tag die Devise. Negativer Höhepunkt dann deutlich vernehmbare „Horda raus“-Rufe, als wir kurz unserem verstorbenen Bruder und Zeissfanatiker Nico mit einem Schlachtruf gedachten. Das schockte und ging richtig in die Knochen, wenngleich die Wut auf derart unreflektiertes, grenzenlos dämliches und respektloses Verhalten im Griff behalten wurde. Im Nachgang wollte es Niemand auf der Tribüne gewesen sein bzw. wurde die Situation als hochgradig missverständlich beschrieben. Es ist schwer in Worte zu fassen, welche Gedanken uns in den Stunden danach durch den Kopf gingen, doch auch die engsten Freunde Nicos fügten sich diszipliniert der Marschroute, trotzdem die Fronten nicht zusätzlich zu verhärten. Anderswo – das ist nicht übertrieben – hätte es ordentlich Ärger gegeben.

Das Auerbach-Spiel war geprägt von der unmissverständlichen Reaktion der Kurve auf den ersten Besuch von Roland Duchatelet in Jena, was jedoch primär erst nach dem Spiel für ordentlichen Wind in der Bude sorgte. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung und Fanbetreuung in den Tagen danach brachte zwar wenig inhaltliche Annäherung, jedoch die Erkenntnis, dass das zwischenmenschliche Verständnis und eine zumindest in dieser Hinsicht durchaus produktive Nähe nicht gewichen sind.

Abseits der Spieltage brachte die eine oder andere interessante Veranstaltung nicht nur die Spezies aus der Kurve zusammen, sondern spülte auch langjährige Fans aus anderen Stadionbereichen in unsere Mitte. Ultra-Kino, Förderkreis-Fest, Graffiti-Session usw. – allesamt erfolgreiche und wohltuende „Events“, welche durch die Bank fortgesetzt und ausgebaut werden sollen.

Die Gründung des „SÜDKURVE-RATES“ nach dem Auerbach-Spiel und intensiver Vorbereitung ist in unseren Augen jedoch DER wichtigste Eckpfeiler der erfolgreichen Rückrunden-Gestaltung. Am heutigen Samstag findet bereits das dritte Rats-Treffen statt und alle Interessierten aus der Kurve sind eingeladen, sich an den Gesprächen und Diskussionen auf Augenhöhe zu beteiligen. Der Rat war für uns das wichtigste strukturelle/organisatorische Anliegen der letzten Monate und konnte besser als erhofft integriert werden. Natürlich werden wir nicht den Fehler machen, nach so kurzer Zeit schon zu viel in die innere und äußere Wirksamkeit dieses Gremiums hinein zu interpretieren. Aber ein Anfang ist gemacht und wir schauen dahingehend statthaft in die Zukunft.

Nun gilt es, bei aller gerechtfertigter Kritik und ellenlangen Ausführungen über Details unserer Argumentation hier und anderswo, motivierenden Kampfansagen und Auswärtserlebnissen, weitere strukturelle Arbeit zu leisten und Alternativen zum Duchatelet-FCC zu erarbeiten: in der Fanszene, mit den Mitgliedern des FC Carl Zeiss Jena e.V. und auch gemeinsam mit der Vereinsführung. In der letzten Ausgabe haben wir bereits einige Ansätze dafür in den Raum geworfen bzw. Euch Anteil daran haben lassen, was uns so in diesem Sinne durch die Köpfe geht…

Ihr könnt Euch eines ganz sicher gewiss sein: wir sind uns im Klaren, dass jetzt langsam, aber doch mit Sicherheit und Nachdruck, eine produktive Phase eingeläutet werden muss. Diese muss verschiedene Herangehensweisen betrachten und ausloten, wer, wann und in welcher Form dabei zu helfen in der Lage ist. Der Verein FC Carl Zeiss Jena stand und steht im Vordergrund unserer Bemühungen und nur seinem Schicksal sind wir verpflichtet. Nicht nur der aktive Kern der Kurve wird dabei eine Rolle spielen, sondern möglichst vielschichtige Zirkel. Wir halten weiterhin daran fest, einen fairen und konstruktiven Dialog anzustreben und diese Kommunikationsbereitschaft nur in Extremfällen abzulegen. Soll heißen: wer respektlos uns gegenüber agiert, der darf auch keinen Respekt erwarten. Wir sehen uns als Teil des FC Carl Zeiss Jena e.V., respektieren jede Meinung, lehnen jedoch kontraproduktives Verhalten und diffamierende Äußerungen ab.

Liebe Südkurve. Liebe Kids, liebe alteingesessene Vollblut-Ultras, liebe Wegbegleiter. Ja, der Weg ist beschwerlich. Ja, auch wir wollen nicht ewig schweigen. Ja, es ist eine Gefühlsfrage. Und ja, verdammt, wir werden alles dafür geben, bald wieder mit mehr positiveren Gefühlen zum FC Carl Zeiss zu stehen und unsere Stimmen und Fahnen wieder gegen alle Gegner dieser Welt einsetzen zu können.

Haltet dem Verein und eurer Kurve die Treue, kämpft und debattiert mit für die Zukunft EURES Fussballclubs. Lasst die Sommerpause nicht zur „Pause“ werden, sondern nutzt die vielen Treffen und Veranstaltungen.

SÜDKURVE FC CARL ZEISS JENA!

UNBEUGSAM UND UNVERKÄUFLICH!

[...]

Relaunch Neunzehnhundertdreiprozent!

19 Mai

blog

7 Jahre 1903%… kein rundes Jubiläum, aber einfach an der Zeit für frischen Wind. Wie bereits hier und im Bratwurstdealer angekündigt, haben wir uns etwas einfallen lassen und der Plattform “1903%” ein komplett neues Gewandt verpasst. Kombiniert mit einer Verschlankung der Kategorien ist das Projekt nun wieder in der Gegenwart angekommen und soll in gewohnter Form das Erscheinungsbild der Jenaer Fanszene ein wenig dokumentieren. Tausende Bilder sind bereits zusammengetragen wurden und etliche dürfen gerne noch folgen. Wenn ihr etwas entdeckt, schießt ein Foto und schickt es an webmaster(at)1903prozent.de Konstruktive Kritik und Feedback sind natürlich auch stets gern gesehen. Und nun viel Spaß beim Durchstöbern der neuen, alten Seite…

Sieg im letzten Heimspiel

19 Mai

Im letzten Heimspiel der Saison gelang ein 2:1-Sieg gegen den ZFC Meuselwitz.

Derbysieger!

15 Mai

Was für ein unglaubliches Spiel! Im Finale des Thüringer Landespokal deklassierte man die Erfurter mit einem 5:0! Auf in den DFB-Pokal… FCC! 

“unbeugsam und unverkäuflich” – Bratwurstdealer ’207

12 Mai

Bratwurstdealer ’207, 10.05.2014, Heimspiel Union Berlin II:

[...]

Inzwischen erlebt diese Rubrik, welche wir uns eigentlich selbst gern erspart hätten, ihre sechste Auflage. Einige Kernthesen (samt hoffentlich verständlicher Argumentation) der Kritik sind so bereits an hunderte Zeiss-Fans herangetragen worden. Der BD spielt dabei natürlich die absolut zentrale Rolle, was uns jedoch nicht daran gehindert hat, uns vorerst grundsätzlich dafür auszusprechen, die „UuU“-Beiträge im Nachgang der Spiele auch auf unserem hochfrequentierten Blog zu veröffentlichen. Dies vor allem, um dadurch auch Zeisser zu erreichen, die auf Grund anderer Stammplätze im EAS nicht zum regelmäßigen Leserstamm des BD gehören oder aber auf Grund eines auswärtigen Wohnsitzes nicht jeden BD wie selbstverständlich abgreifen können. An dieser Stelle wollten wir auch nicht nur auf die Kaufmöglichkeit am Shop vertrauen. Denn, wer was mitteilen will, der ist selbst dafür verantwortlich, die Adressaten auch zu erreichen.

Es ist uns durchaus bewusst, dass die gesamte Situation, welche wir da gerade gemeinsam durchleben, derart vielschichtig ist, dass eine Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln nötig ist, um die Meinungsbildung zu erleichtern. Einen wichtigen Punkt, der die gesamte Problematik sehr plastisch und damit greifbar darstellt, wollen wir u.a. heute thematisieren. Wir wollen einmal einen Blick zu anderen Vereinen werfen, deren Beispiele interessante Rückschlüsse auf vereinspolitische Vergleiche möglich machen.
Bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung im Dezember hatten wir vor allen Dingen die Beispiele des 1. FC Union Berlin (rein zufällig auch heutiger Gegner im EAS) und des FC Erzgebirge Aue ausgewählt und diese wollen wir nun vordergründig beleuchten. Die beiden Clubs sind deshalb für eine Beispiel-Betrachtung interessant, da sie bis vor wenigen Jahren vergleichbare (vielleicht sogar schwächere) Strukturen besaßen und sich heute dort etabliert haben, wo der FC Carl Zeiss sehr gern wieder hinmöchte, in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Für ebenfalls recht gute Vergleiche lassen sich beispielsweise auch der Chemnitzer FC oder der Hallesche FC nutzen, was ihr Euch durchaus auch individuell mal zu Gemüte führen könnt.

Schauen wir zunächst einmal nach Berlin-Köpenick, der Heimat vom 1. FC Union.
Kein anderer Verein im Fussball-Osten hat im vergangenen Jahrzehnt einen derartigen Wandel hingelegt, wie die Eisernen. In der nun zu Ende gehenden Saison klopfte der FCU zwischenzeitlich sogar recht aussichtsreich an den Aufstiegsplätzen zum Oberhaus an, musste erst in der Rückrunde Federn lassen und findet sich nun auf einem gesicherten Mittelfeldplatz wieder. Der starke 7. Platz der Vorsaison wird damit seitens der Rot-Weißen bestätigt. Zu DDR-Zeiten war Union nie die richtig große Nummer, konnte kaum im (wie auch immer herbeigeführten) Zirkus der Großen mitspielen, stattdessen war man zwischen Stralsund und Schleiz als Fahrstuhlmannschaft zwischen „Oberliga“ und „Liga“ bekannt. Der größte Erfolg war der Sieg des FDGB-Pokals Ende der 60er. Nach der Wende dümpelte man sehr lange in den NOFV-Ober- und Regionalligen umher, sowohl 1993 als auch 1994 wurde dem Club allerdings auf Grund großer finanzieller Probleme die Lizenz entzogen, der Aufstieg in die 2. Liga scheiterte an den wirtschaftlichen Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten. 2001 glückte dann der Aufstieg, die Lizenz gab es ebenfalls dazu. Nach drei Jahren stiegen die Eisernen zweimal in Folge ab, landeten schlussendlich in der Oberliga. Zwar nicht ganz so schnell, aber dann doch recht zügig, war man 2009 zurück in Liga 2 und erreichte bis heute immer gute Mittelfeldplätze in der DSF-Tabelle. Die kurze Rückkehr in die 4. Liga offenbarte dazumal kurzfristige Verbindlichkeiten, welche den Club beinahe wiederholt in die Knie zwangen. Unter anderem mittels des Spendenaufrufs „Bluten für Union“ konnte das Loch jedoch gestopft werden. Genau wie bei der SG Dynamo in Dresden drückten die Unioner langfristige Schulden aus dem Deal mit Michael Kölmel. Was der FCC mit einem blauen Auge überstanden hat, lastet in Höhe von 15 Mio. Euro auf den eisernen Schultern.
Gleichwohl gelang durch stetige und vor allem geduldige Arbeit die bereits angesprochene Rückkehr aus Liga 4 in die 2. Bundesliga. DER KNACKPUNKT! Hier wurden nicht etwa die Nerven verloren oder falschen Propheten gefolgt, sondern auf die eigenen Stärken besonnen. 2009 liefen die Köpenicker dennoch kurzzeitig Gefahr, ihr Gesicht zu verlieren, als das Sportpromotion-Unternehmen ISP als Hauptsponsor einstieg. Über 5 Jahre wollte besagtes Unternehmen jährlich 2 Mio. EUR in den Verein pumpen. Der Vertrag hielt nicht lange, da ISP im Vertrag falsche Angaben machte und zudem an der Spitze seines Aufsichtsrates einen einflussreichen Ex-Stasikader sitzen hatte – inklusive öffentlichem Aufschrei. Der Deal, der ohnehin von vielen Unionern mit Argwohn beobachtet wurde, ging unter. Heute redet man vor Ort von einem glücklichen Umstand.

Zwei Jahre zuvor beschlossen die Mitglieder hier in Jena leider die Ausgliederung von erster und zweiter Männermannschaft in die bekannte Spielbetriebs-GmbH. Im Berliner Osten passierte dies bis heute nicht. Dies allein macht es schon unmöglich, einen Investor ins Boot zu bekommen, ob mit oder ohne vorherige Gehirnwäsche. Lediglich für die vereinsnahe Verwaltung des „Stadions an der Alten Försterei“ wurde mit 1. FC Union Berlin e.V. und der “An der Alten Försterei Stadionbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG“ eine Aktiengesellschaft namens „An der Alten Försterei Stadionbetriebs AG“ gegründet. Und das aus recht gutem Grund, auch für alle FCU-Mitglieder. Und schon sind wir bei einem Thema, was uns fast schon neidisch in den Berliner Südosten blicken lässt: Das Stadion. In der Hinrunde hatten wir das Glück, die „Alte Försterei“ nach ihrer Renovierung selbst erleben zu dürfen und die Akustik einmal selbst auszutesten. Ohne mit der Wimper zu zucken darf behauptet werden, dass hier in den letzten Jahren Fussballgeschichte geschrieben wurde. Das aber nicht, weil besonders große und spannende Spiele absolviert worden, sondern weil in einer bis dato nahezu beispiellosen Mammut-Aktion etliche anfallende Arbeiten durch Mitglieder und Fans des Vereins geleistet worden – finanziell, materiell und körperlich. Dieser besondere Spirit sparte nicht nur massenhaft Geld ein, sondern ließ Anhänger/Verein und Stadion noch enger verschmelzen. Ein Spirit, den man bei heutigen neutralen Spielbesuchen in der Wuhlheide hautnah erleben kann, auch unabhängig vom akustischen Support auf den Rängen.

Die bereits erwähnte Stadionbetriebs AG erhöhte, um den Bau der imposanten Haupttribüne zu finanzieren, das eigene Stammkapital um 5 Mio. EUR und ermöglichte in dem Atemzug Mitgliedern des 1. FC Union Berlin e.V. die Zeichnung von insgesamt 10.000 Aktien der Betreibergesellschaft zum Wert von jeweils 500 EUR. Dadurch gingen über 40% des Grundkapitals (weit über 5.000 Aktien) in den Streubesitz (Kurzdef.: Zum Streubesitz zählen alle Aktien, die sich nicht in festen Händen von Großaktionären befinden, also vom breiten Publikum erworben und gehandelt werden können) über. Der Verein profitierte vom positiven Nebeneffekt und erreichte binnen kurzer Zeit eine Mitgliederanzahl jenseits der 10.000, im Januar diesen Jahres waren gar 11.800 Mitglieder angemeldet.

Der FCU ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ein gutes Konzept Synergien ohne Ende erzeugen kann. Er ist ebenfalls ein perfektes Beispiel dafür, wie man eigene Ressourcen erkennt und zu nutzen versteht. Auf diesen Punkt werden wir im Vergleich, später im Text, nochmal zu sprechen kommen. Heute – so bitter das für den Einen oder Anderen auch klingen mag – kann der FCU Vorbild in vielerlei Hinsicht sein. Ein Verein, der vor der Wende bei weitem nicht die Strahlkraft des FC Carl Zeiss besaß, nach der Wende ebenfalls regelmäßig über die Friedhofsmauer balancierte und dadurch bis vor wenigen Jahren keinerlei anziehende Wirkung für großartige überregionale Sponsoren besaß. Dennoch ließ man die Kirche im Dorf, die Männermannschaften im Verein und arbeitete eher an sich selbst und an belastbaren Konzepten für erfolgreichen Fussball im rot-weißen Teil Berlins. Der Verein hat das Sagen und damit auch seine Mitglieder, welche zudem auch einen nicht unbedeutenden Anteil an der Heimspielstätte innehaben. Der FCU ist heute in der 2. Bundesliga vollends etabliert und es ist keine Überraschung, wenn in der kommenden Saison abermals eine respektable Platzierung durch die Eisernen erreicht wird – das alles, und das ist das entscheidende in der Betrachtung aus unserer Warte – ohne Investor, ohne Netzwerkbindung , ohne wirtschaftliche Abhängigkeit. Dafür mit viel gegenseitigem Vertrauen, Mut zur Geduld und dem Wissen um die eigene Stärke.

Kommen wir kurz von der Spree ins Erzgebirge, ins beschauliche Lößnitztal, zum Fussballclub Erzgebirge Aue e.V.!
Die Schachter spielten im Vergleich zu Union Berlin schon eine größere Rolle im DDR-Fussball, was immerhin zu 3 Meisterschaften in den 50er Jahren reichte, allerdings damals zwischenzeitlich als SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Wismut gehörte durchgängig der höchsten Spielklasse an, nicht ein einziges Mal mussten die Veilchen den Gang in die DDR-Liga antreten. Nach der Wende ging es konstant weiter, allerdings selbstverständlich zwei Spielklassen tiefer, zumeist in der Regionalliga. Keine Talfahrten, keine Ausreißer nach oben. Grundsolide Bergmannsarbeit.

Dies ist schon allein deswegen besonders bemerkenswert, da das Erzgebirge nun nicht unbedingt zu den strukturstärksten Regionen zählt, auch nicht innerhalb der neuen Bundesländer. Dazu kommen die Nähe zur tschechischen Grenze und der Einfluss benachbarter und ebenso traditionell recht beliebter Clubs wie FSV Zwickau oder Chemnitzer FC. Eines der Erfolgsgaranten ist das bekannte Unternehmer-Bruderpaar Leonhardt und die dahinter stehende „Leonhardt Group“. Nach dem Rückzug der Wismut GmbH (Rechtsnachfolger der „SDAG Wismut“; Sowjetisch Deutsche Aktiengesellschaft) 1992, schienen die Fussballlichter im Erzgebirgs-Stadion auszugehen. Unter anderem die Leonhardts ergriffen jedoch die Initiative, erhielten den Verein am Leben und entwickelten ihn fortan weiter. Dennoch machte man nicht den Fehler, die Profi-Abteilung im Laufe der Zeit in eine eigene GmbH oder AG auszugliedern, damit den zahlreichen Mitgliedern eine direkte Einflussnahme unmöglich zu machen und stattdessen die Unternehmer als mögliche Anteilhaber profitieren zu lassen. Stattdessen wurde auch hier auf die eigene Substanz gesetzt und Vertrauen propagiert. Die Schachter waren und sind sich ihrer beschränkten Mittel bewusst, nutzten allerdings die vernetzte Wirtschaft der Region (v.a. durch die Leonhardt-Kontakte) und zogen daraus die Möglichkeiten, die ihnen geboten waren. Der aktuelle Hauptsponsor „Eibenstock Elektrowerkzeuge“ ist das beste Beispiel für den regionalen Sponsorenpool, welcher durch einen professionell agierenden „Förderkreis FC Erzgebirge Aue e.V.“ seit 1993 akquiriert und betreut wird. An diesem Punkt machen die Auer vor, wie die heimische Wirtschaftskraft genutzt werden kann, um auf Vertrauensbasis und soliden Konzepten langfristigen Erfolg aufzubauen. Wenn die Ansprache der Sponsoren stimmt, wenn diese wissen, wofür ihr Geld nachhaltig eingesetzt wird und ein Jeder das Gefühl hat, tatsächlich auch gebraucht zu werden, dann ist ein Fussballclub wirtschaftlich in sicherem Fahrwasser unterwegs.
Auch die Schachter brauchten bis dato keine Ausgliederung oder einen Anteilsverkauf – und trotzdem spielen sie soliden Fussball in der zweithöchsten Spielklasse. Auch das Stadion ist keinesfalls eine hochmoderne Multi-Funktions-Arena. Stattdessen passt es zum Club, schmiedet sich wunderbar ins ruhige Tal und bietet als eines der wenigen Stadien in der zweiten Liga noch aussterbende Attitüden. Bis heute ist keine allzu ernste finanzielle Notlage seit den Wirren des Wismut-Ausstieges bekannt geworden. Weder drohende Insolvenzen noch Lizenzentzüge, keine großen Spendenaktionen und dergleichen. Solidität in Vorzeige-Manier.

Wir könnten nun noch darüber berichten, wie es Chemie Halle oder der CFC geschafft haben, in der dritten Liga wieder Fuß zu fassen und im Falle der Himmelblauen sogar einen richtig starken (und in dieser Saison weit unter den Möglichkeiten gebliebenen) Kader aufzubauen, sich auch eine Stadionrenovierung zu erstreiten und auf wirtschaftlich eigenständigen Füßen zu stehen. Allerdings sollte bereits nach der Thematisierung der Zustände bei Union Berlin und in Aue klar sein, was wir ausdrücken wollen.

Setzen wir an dieser Stelle einmal 2 Fragen in den Vordergrund, schaffen wir spielend leicht den Übergang zu unserem FC Carl Zeiss: „Wer sind wir?“ und „Was können wir?“.
Anstatt diese Fragen mit Bedacht und Ehrlichkeit zu beantworten (und damit auch Sympathien im Umfeld zu generieren), schmeißen wir mit Ansagen um uns. Das klingt dann so: „Wir müssen am Profi-Fussball festhalten“, „Wir müssen aufsteigen!“ und „Wir müssen Erfolg haben, sonst gehen hier die Lichter aus!“. Im Grunde schnüren alleine diese drei beispielhaften Aussagen (welche u.a. zur MV im Dezember ganz eindeutig zur Täuschung beitrugen) den eigenen Hals schon derart zu, dass Reaktionen eines Überlebenskampfes zu beobachten sind. Alles und Jeder wird als „Rettung“ verstanden und diesem auch alles unterworfen. Dabei bemerken wir nicht, dass wir lediglich an den Symptomen arbeiten, nicht aber die Ursprünge der Probleme ins Fadenkreuz rücken. Warum sind wir denn nicht mal ehrlich zu uns selbst und hören auf, die Schuld für das Verweilen in der Viertklassigkeit wahlweise beim „Fussballsystem“, dem DFB, der Wende, Sponsorenabsage XY oder sonst wem zu suchen? Schuld am aktuell so erbärmlichen sportlichen (und perspektivisch auch wieder finanziellen) Zustand sind einzig und allein wir selbst!
Unsere Außendarstellung, unsere Arbeit mit und am Sponsor, unsere Vereinsführungen, unsere Gremien-Grabenkämpfe und die daraus resultierende Politik. Aufsichtsratsvorsitzender Töpel setzt dem ganzen lähmenden Irrsinn doch die Krone auf, wenn er sich mit krächzender Stimme in die Mitgliedersammlung mit „Wir müssen nach oben und nichts anderes zählt!“ ergießt. Auch wenn Reinhardt Töpel es nicht zu verstehen vermag, es gibt tatsächlich Wichtigeres: Substanz, Nachhaltigkeit, Geduld – Werte, welche auch einem sportlichen Erfolg nicht im Wege stehen. Allein die Beispiele Union Berlin und Erzgebirge Aue zeigen dies doch unmissverständlich auf.

Betrachten wir nun, welche strukturellen Möglichkeiten der FC Carl Zeiss eigentlich beim Blick auf das ökonomische Umfeld besitzt, so sollten doch die Unioner, wie auch die Schachter, neidisch ins Saaletal schauen und nicht umgekehrt.
Unsere Stadt wird nicht selten als „der Leuchtturm“ der Region oder gar der neuen Bundesländer betitelt. Was einerseits den jungen Familien leider vermehrt (unbezahlbaren) Wohnraum vorenthalten lässt, bringt jedoch für einen Fussballverein hervorragende Möglichkeiten, sich die starken Unternehmen zu Nutze zu machen. Leuchtturm sind „wir“ nämlich, auf Grund der vergleichsweise überragenden wirtschaftlichen Kraft. Nicht zuletzt die zahlreichen Ausgründungen der Nachwendezeit entwickelten einen innovativen und galoppierenden Wirtschaftsstandort, der in vernetzter Manier auch kleine und andere mittelständische Unternehmen der Umgebung mitzieht. Von den seit vielen Jahrzehnten in Jena bestehenden Optik- oder Chemie-Unternehmen, welche Arbeitgeber für Tausende sind, haben wir bis dahin erst bedingt gesprochen. Die Universität bietet darüberhinaus perfekte Kooperationsmöglichkeiten im wirtschaftlichen, medizinischen und sportwissenschaftlichen Bereich und bringt ferner noch ganz nebenbei halbjährlich fussballinteressiertes junges Publikum in die Stadt.
Der Tagesspiegel beschrieb die Situation bereits 2012 mit folgenden Worten: „[…] In der selbst ernannten „Lichtstadt“ scheint die Zeit zu rasen: Innerhalb von 13 Jahren sanken Jenas Schulden von 160 Millionen auf 40 Millionen Euro. 2018 will die Stadt an der Saale schuldenfrei sein – sechs Jahre früher als geplant. Jena wächst, heute leben hier 105.000 Menschen. Die Jenaer bekommen so viele Kinder, dass die Stadt drei neue Schulen und zehn neue Kitas bauen lässt. Nach der Wende studierten hier 6.000 Menschen, heute sind es fast 26.000. Jena schafft, woran viele andere ostdeutsche Kommunen scheiterten. […]“
Mit klaren und transparent gestalteten Konzepten, welche längere Halbwertszeiten als eine Fussballsaison haben, kann und wird es möglich sein, die lokale und regionale Wirtschaft wieder vom FC Carl Zeiss zu überzeugen. Wenn es gelingt, nicht mehr nur als Geldverbrenner und Chaoten-Truppe wahrgenommen zu werden, dann wird sich auch manch zurückhaltendes Unternehmen wieder für den Fussball in Jena öffnen und gern gewillt sein, einen Beitrag zu einer soliden Entwicklung zu leisten.

Ein weiteres Charakteristikum, für welches wir an nicht wenigen Standorten beneidet werden, ist das Nachwuchsleistungszentrum, inklusive DFB-Zertifikaten und sonstigen Auszeichnungen. Seit Jahrzehnten ist die Nachwuchsarbeit in der Oberaue Vorbild für viele vergleichbare Clubs, das ist landauf-landab kein Geheimnis. Zu Recht sind wir alle stolz darauf und freuen uns über die erfolgreichen Spiele in der Junioren-Bundesliga. In der Vergangenheit sind immer mal wieder Spieler groß heraus gekommen, allerdings muss man auch zugeben, dass diese Anzahl im Verhältnis zum Aufwand doch ein Ungleichgewicht offenbart. Die B-Jugend (und daraus folgend auch die A-Junioren) sind zu einem großen Teil zusammengescoutet, nur Wenige schaffen den Sprung aus den jüngeren Altersklassen in die Juniorenbundesliga, zumindest nicht hier bei uns in Jena. Meist ist demnach spätestens in der C-Jugend Schluss beim Club. Die Gründe dafür sind sicher von Spieler zu Spieler unterschiedlich, das Leistungsniveau spielt natürlich immer die größte Rolle. Aber dies zeigt auch auf, dass die Arbeit nicht optimal läuft und viele Ressourcen verschwendet werden. Eine eben solche Verschwendung findet auch beim Sprung in den Männerbereich statt, wo einfach zu wenig Geduld und Vertrauen gezeigt wird. Die Trainer der ersten Mannschaft hatten in den letzten Jahren zwar teilweise gute, integrierte, mit den Nachwuchs-Trainern abgestimmte und vor allen Dingen langfristige Konzepte, mussten dies aber leider zu oft dem Druck des kurzfristigen Erfolges unterordnen. Trainingszeiten sind da oft das Einzige, was den A-Junioren bleibt, um etwas Luft bei der ersten Mannschaft zu schnuppern. Und die Trainer können sich dadurch bereits als „jugend-affin“ abfeiern lassen.
Vielleicht ist der gute Ruf ja auch ein hemmender Faktor, da er wenig Innovationen und mutige Köpfe fördert. „Wir haben einen guten Nachwuchs!“, ja! Das hört man wirklich immer und immer wieder. Wenn wir aber nicht die nötigen ganzheitlichen Konzepte besitzen, beispielsweise angepasste Spiel-, Trainings- und Formationssysteme, bzw. es vermissen lassen, gute Ansätze in dieser Richtung weiterzuverfolgen, dann bleibt „ein guter Nachwuchs“ ein vollkommen stumpfes Schwert, von dem vielleicht Greuther Fürth, der SV Schott oder Thüringen Weida profitieren.
Der aktuell verfolgte Ansatz, nun mehr hauptamtliche Trainer einzustellen, ist natürlich sehr positiv zu bewerten, nichtsdestotrotz ist dieser Schritt auch ohne einen Investor möglich. Die kolportierte Aussage, dass erst der Duchatelet-Einstieg dies möglich macht, ist Augenwischerei. Vorher besaß die Nachwuchsarbeit ganz einfach nicht den Stellenwert in der Vereinsführung, das müssen sich die Herren einfach mal gefallen lassen. Vergleicht man, wieviel Geld zum Teil im Regionalliga-Kader verdient wird, so muss bei entsprechender Sponsoren-Ansprache auch Geld für 2-3 Vollzeit-Trainer im Nachwuchs da sein. Hier wird offenkundig, dass wir immer wieder auf dasselbe Grundproblem zurückkommen: Keine Geduld und Ausdauer, einem 17/18/19-jährigen mal ein paar Fehler zuzugestehen, die in den ersten Spielen eben auch mal passieren können und vielleicht auch müssen. Stattdessen verzichtet man auf das vermeintliche Risiko und holt Nasenbären wie Scheffer und Milchraum in den Kader, welche weder Identifikation noch Aufopferungsbereitschaft mitbringen, um wirklich frischen Wind in die Mannschaft zu tragen.

Natürlich ist bei intensivem Einsatz engagierter und hervorragend ausgebildeter Nachwuchsspieler nicht davon auszugehen, dass ein Aufstieg selbstverständlich ist und sofort klappt. Aber mit dem eingesetzten Vertrauen (welches sich im übrigens ganz schnell in die jüngeren Junioren-Jahrgänge herumspricht und sehr motivierend wirken kann) kann ein Kader-Gefüge – auch in Wechselbeziehung mit einer zweiten Mannschaft – aufgebaut werden, welches in 2 oder 3 Jahren ganz sicher um den Aufstieg mitspielt. Und das Ganze ohne wirtschaftliche Risiken, Abhängigkeitsverhältnisse und müden Altprofis. Und auch hier können geniale Synergien erzielt werden. Denn dann kommen die Leute wieder vermehrt ins Stadion und fahren auch wieder mehr auswärts mit, weil auf dem Rasen ehrliche „Arbeit“ abgeliefert wird, weil der Verein ein authentisches Ziel verfolgt. Nebenbei wird der Club somit auch wieder für Sponsoren interessant und kann durchaus wieder Partner dazugewinnen. Ein Rad greift ins nächste…und die Lichter gehen bei einem verpassten Aufstieg ganz sicher nicht aus.

Woher sollen diese, hier noch abstrakt beschriebenen Konzepte kommen?
Als erstes müssen die bereits genannten Fragen „Wer sind wir?“ und „Was können wir?“ beantwortet werden, sicher auch noch ein paar andere, um den Status Quo zwar ungeschönt, aber trotzdem realistisch und nicht zu schwarzmalerisch abzubilden. Dabei sein müssen Leute, welche sich nicht dem Profilierungswille wegen mit dem Verein beschäftigen, sondern weil ihnen der Club am Herzen liegt. Dabei sein müssen auch Leute, welche halten, was sie versprechen. Dabei sein müssen Leute, welche den Blick für das Ganze haben und das Rüstzeug besitzen, einen vielleicht zu Beginn nicht ganz populären Weg auch in der Öffentlichkeit zu verteidigen.

Wir haben uns auch darüber bereits erste Gedanken gemacht und können uns durchaus vorstellen, den Gedanken einer Leitbildkommission wieder aufzugreifen und in diesem Rahmen ambitionierte Zeisser mit großer sportlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Kompetenz an einen dauerhaften Tisch zu lotsen. Wir sind uns sicher, dass der Anteilsverkauf unnötig gewesen ist und am Ende eine erfolgreiche Alternative zu einer in fremden Händen liegenden Spielbetriebs-GmbH geschaffen werden kann.

ES GEHT IMMER WEITER – FC CARL ZEISS ULTRAS!
BLEIBT UNBEUGSAM UND UNVERKÄUFLICH!

[...]

Niederlage gegen Union II

12 Mai

Im vorletzten Heimspiel setzte es eine 1:3-Heimpleite gegen Union II.