{"id":42369,"date":"2023-12-04T13:17:15","date_gmt":"2023-12-04T12:17:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.horda-azzuro.de\/cms\/?p=42369"},"modified":"2023-12-04T13:17:17","modified_gmt":"2023-12-04T12:17:17","slug":"es-bleibt-dabei-nein-zu-investoren-in-der-dfl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.horda-azzuro.de\/cms\/?p=42369","title":{"rendered":"Es bleibt dabei: NEIN ZU INVESTOREN IN DER DFL!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der erste Anlauf einen Investor f\u00fcr die DFL zu gewinnen, ist im Fr\u00fchjahr dieses Jahres auf der Mitgliederversammlung der DFL krachend gescheitert. Nun unternimmt die DFL einen weiteren Anlauf und m\u00f6chte am 11.12. eine Entscheidung dar\u00fcber f\u00e4llen, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung erneut in Verhandlungen mit potenziellen Investoren zu schicken und diesen gleichzeitig die Vollmacht zur Unterzeichnung zu erteilen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Beim ersten Blick auf das neue Vorhaben bemerkt man, dass einige Kritikpunkte von uns Fans bei der DFL angekommen sind, wichtige Kritikpunkte aber unbeachtet geblieben sind. Es ist beispielsweise keine Rede mehr von einem Auszahlungstopf, aus dem u.a. 300 Millionen Euro zur freien Verf\u00fcgung an die Vereine gegangen w\u00e4ren, welche in erster Linie der \u201eFlutung des Marktes mit Geld\u201c gedient h\u00e4tten. Die gr\u00f6\u00dften Sorgen von uns Fans wurden zwar augenscheinlich von der DFL erkannt, k\u00f6nnen uns jedoch auch durch den zweiten Vorschlag f\u00fcr einen Investoreneinstieg nicht glaubw\u00fcrdig genommen werden. Die DFL mag betonen, dass die \u201eHoheit \u00fcber Spielplanung und Ansto\u00dfzeiten\u201c auch in Zukunft bei der DFL liegen wird. Eine Ausgleichszahlung an die Vereine f\u00fcr die Mindereinnahmen durch die Beteiligung des Investors an den zuk\u00fcnftigen Medienerl\u00f6sen ist jedoch nur f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre einkalkuliert. Vereine und Investor werden also gleicherma\u00dfen darauf angewiesen sein, die Medienerl\u00f6se schon in den kommenden f\u00fcnf Jahren um mindestens neun Prozent zu steigern, nur um den Status Quo zu erhalten. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, wie man die Medienerl\u00f6se kurzfristig signifikant steigern will, auch ohne zus\u00e4tzliche Ansto\u00dfzeiten zu schaffen, liefert die DFL nicht. Die Mechanismen eines Investoreneinstiegs werden vermeintliche \u201erote Linien\u201c schon bald verschieben, ohne dass es daf\u00fcr Stimmrechtsmehrheiten des Investors bedarf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Auch der zweite Vorschlag f\u00fcr einen Investoreneinstieg in der DFL wird von den Fanszenen Deutschlands trotz der leichten Anpassungen abgelehnt!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit Jahrzehnten kritisieren die Fans in Deutschland die z\u00fcgellosen Ausma\u00dfe der Kommerzialisierung. Spieler-, Berater- und Funktion\u00e4rsgeh\u00e4lter haben mittlerweile v\u00f6llig ungerechtfertigte Sph\u00e4ren erreicht und sind nicht solide gegenfinanziert. Anders kann nicht erkl\u00e4rt werden, dass die Pl\u00e4ne des Milliarden-Unternehmens Profifu\u00dfballs nicht aus dem laufenden Betrieb finanziert werden k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Selbst wenn man die Einsch\u00e4tzung teilt, dass die mediale Aufbereitung nicht gut ist, so bleibt doch die Frage, ob man es sich hier nicht wieder zu einfach macht. Alle anderen Probleme werden totgeschwiegen und die L\u00f6sung ist ein Investor? Hier wird eine Kernproblematik der ganzen Branche gespiegelt. Seit Jahren ist die Antwort auf jedes Problem in der Bundesliga das \u201eHinzuziehen von Partnern\u201c aka Investoren. Anstatt das eigene Handeln zu hinterfragen, ist man im Kreislauf seines unsoliden und nicht nachhaltigen Wirtschaftens, welches einem erst neulich w\u00e4hrend der Corona-Pandemie massiv auf die F\u00fc\u00dfe fiel, immer auf der Suche nach dem n\u00e4chsten Geldhahn. Hat man wirklich nur diese eine Schablone, um Probleme zu \u201el\u00f6sen\u201c und sein Unternehmen zu f\u00fchren? Ist der Blick zu verengt auf die mediale Aufbereitung eines m\u00e4\u00dfig spannenden Wettbewerbs? Die Bundesliga hat zahlreiche andere Probleme. Anstatt der um Meilen entfernten Premier League hinterher zu hecheln und erneut auf eine schnelle, externe Finanzspritze zu setzen, sollte der Deutsche Fu\u00dfball dringend eine eigene solide, nachhaltige Vision mit der Besinnung auf die eigenen St\u00e4rken entwickeln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch im neuen Anlauf ist das Ziel klar: Das Rad der Kommerzialisierung soll weitergedreht werden. Doch ist dies nicht eine klare Zockerei? Alle Gedanken um einen neuen Investor basieren auf der Grundannahme, dass die Bundesliga weiterhin ein attraktives Produkt darstellt sowie weiteres Wachstum m\u00f6glich ist. Woher nimmt man bei der DFL diese Gewissheit? Sorgte in den letzten Jahren nicht gerade die \u00dcberkommerzialisierung des Fu\u00dfballs f\u00fcr eine fortschreitende Entfremdung der Basis vom einstigen \u201eVolkssport Fu\u00dfball\u201c? Sind die Probleme in anderen L\u00e4ndern wie Frankreich oder Italien bei der gew\u00fcnschten Maximierung der Vermarktungserl\u00f6se an den handelnden Personen vorbei gegangen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Doch frei von diesen grunds\u00e4tzlichen Ansichten bleiben noch weitere inhaltliche Fragezeichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Braucht die DFL wirklich einen Investor?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es scheint wie ein schlechter Witz und ist doch nur ein erneuter Beweis daf\u00fcr, wie miserabel und nicht nachhaltig im deutschen Profifu\u00dfball gewirtschaftet wird, wenn man f\u00fcr die im Raum stehende Summe wirklich einen Investor ben\u00f6tigen sollte und dieses Investment nicht aus den eigenen Mitteln stemmen kann. Immerhin erwirtschaften allein die achtzehn Erstligisten zusammen einen j\u00e4hrlichen Umsatz von \u00fcber drei Milliarden Euro.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Wer investiert \u00fcberhaupt mit welchem Geld?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es gibt nach wie vor keinerlei Transparenz, wer die potenziellen Investoren aus dem Bereich Private Equity sind. Jenen Private Equity-Investoren geht es prinzipiell nur um Profit um jeden Preis. Die DFL hat zudem \u00fcberhaupt keinen Plan, oder sogar kein Interesse, wie zentrale Werte sichergestellt werden und die Mittelherkunft gepr\u00fcft werden soll. Zumindest Teile des gro\u00dfen Gelds k\u00f6nnten aus Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfen, Waffenlieferungen oder sonstigen gesellschaftlichen Problemfeldern entstammen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zuschuss zu Auslandsreisen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch hier fehlt jegliche Transparenz, auf welcher Basis diese Zusch\u00fcsse ausgezahlt werden. Warum ist dies \u00fcberhaupt die Aufgabe der DFL? Welchen Mehrwert verspricht man sich von einer Auslandsreise eines Clubs, dessen Einzugsgebiet bereits innerhalb Deutschlands die eigene Region kaum \u00fcbersteigt? Werden ohnehin schon zur Gen\u00fcge alimentierte Clubs noch weiter unterst\u00fctzt, wenn sie ihr Trainingslager in Zukunft bei m\u00f6glichen \u201ePartnerclubs\u201c in New York oder Brasilien abhalten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ungleiche Verteilung der internationalen Vermarktungserl\u00f6se!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Allen voran die internationale Vermarktung wird von der DFL als Hebel f\u00fcr Mehreinnahmen in Zukunft gesehen. Eine weitere Verteilung nach dem aktuellen Vergabeschl\u00fcssel, bei m\u00f6glicherweise noch h\u00f6heren Einnahmen, w\u00fcrde den Status quo mehr als nur zementieren. Die finanzielle Schere innerhalb der Vereine, aber auch zwischen erster und zweiter Bundesliga w\u00fcrde nur noch weiter auseinander gehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Die Entscheidung muss bei der Basis liegen!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unter diesen Voraussetzungen darf es keine positive Abstimmung \u00fcber eine reine Verhandlungsmasse geben. Es gibt keinen Grund den DFL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern einen Freifahrtschein zum Vertragsabschluss zu geben. Wenn, dann muss \u00fcber einen fertigen und unterschriftsreifen Vertragsentwurf mit einem der \u00d6ffentlichkeit bekannten Partner abgestimmt werden. Die Best\u00e4tigung dessen, sollte final aber nicht nur durch die Vertreter der zum Gro\u00dfteil ausgegliederten Kapitalgesellschaften, sondern durch die Mitgliederversammlungen aller Stammvereine der DFL erfolgen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Fanszenen Deutschlands im Dezember 2023<\/em><\/p>\n<div class='avc_visit_counter_front_simple' style=\" width: 100%; max-width: 300px; border: 2px solid #000000; color:#000000; background-color:#ffffff; border-radius: 0px; float: left; padding: 5px\">  <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Anlauf einen Investor f\u00fcr die DFL zu gewinnen, ist im Fr\u00fchjahr dieses Jahres auf der Mitgliederversammlung der DFL krachend gescheitert. 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